Geologisch betrachtet ist Island ein sehr junges Land. Es entstand vor weniger als 20 Millionen Jahren und ist immer noch im Werden. Vulkanausbrüche auf dem Mittelatlantischen Rücken, auf dem Boden des Atlantiks, brachten ein Gebirge hervor, das sich über den Meeresspiegel erhob und schließlich zur Insel wurde. Dies wird illustriert durch malerische Lava, Krater, Vulkane, Tafelberge, Bimshalden und Aschefelder.

In Island können Sie erleben, wie ein Land entsteht – wie im offenen Lehrbuch der Erdgeschichte. Raue vulkanische Landschaft wird von Gletschern und ungezähmten Flüssen geformt. Küstenlinien verlagern sich. Kräfte aus dem Zentrum der Erde wetteifern mit der beharrlichen Macht der Vegetation, wenn das Moos sich über die erkaltete Lava legt.

DIE ERDKRUSTE IST WESENTLICH DÜNNER

Die Erdkruste unter Islands Sockel ist wesentlich dünner als die in Europa oder Amerika. Deshalb ist das Magma näher an der Oberfläche. So wärmt sich das Grundwasser in der Tiefe auf, und so erklären sich die vielen heißen Quellen. In Gebieten ohne heisse Quellen fehlt ganz einfach das Grundwasser! Vielerorts wird das heiße Wasser zu Heizzwecken genutzt oder es füllt Schwimmbäder. Darüber hinaus bieten die blubbernden und kochenden Thermalquellen einen faszinierenden Anblick, insbesondere im Gebiet des Grossen Geysirs, wo die Springquelle Strokkur ungefähr alle 15 Minuten eine hohe Säule kochenden Wassers in die Luft schleudert.

DIE UMWELT

Im Laufe der Jahrhunderte haben Gletscher, Erosion und tektonische Bewegungen in der Erdkruste die Landschaft Islands geformt. Breite Ströme entstanden, und mit ihnen zahllose Wasserfälle in allen Formen und Größen. Sie sind so zahlreich, dass manche keinen Namen haben. Die Flüsse sind ein enormer Vorrat an umweltfreundlicher Energie, an dem die Isländer sich voller Dankbarkeit bedienen. Denn die Umwelt spielt für sie eine bedeutende Rolle, und sie suchen ständig nach besseren Lösungen. Der Einsatz von Wasserstoff beispielsweise, in anderen Ländern noch als Zukunftsmusik eingestuft, ist in Island schon Wirklichkeit geworden.

GLETSCHERN

10% der Oberfläche Islands wird von Gletschern bedeckt – eine großartige, schier endlose Welt aus Eis. Sie ist ständigen Veränderungen unterworfen. In kalten Zeiten wachsen die Gletscher, in anderen – gerade in jüngster Zeit – schrumpfen sie. Gletscher sind eigentlich weiß, doch in einigen Regionen hat sich Vulkanasche darauf abgelagert. Dort wirken die Gletscherzungen grau-schwarz, und an mehreren Stellen sind sie gestreift – dort, wo die Asche wieder von Schnee bedeck worden ist. Gletscher schreiten vorwärts und schieben Erde, Sand und Gestein vor sich hier. Doch sie können sich auch zurückziehen. Dann lassen sie an einigen Stellen Islands Lagunen zurück, in denen Eisberge schwimmen. Am spektakulärsten ist die Gletscherlagune Jökulsárlón im Südosten der Insel. Sie ist Teil eines Nationalparks, dem größten seiner Art in Europa, der sich um den Gletscher Vatnajökull erstreckt.

DIE ISLÄNDISCHE FAUNA

Die isländische Fauna reflektiert das geringe Alter der Insel. Es gibt relativ wenige Insektenarten und nur wenige wild lebende Säugetiere. Als die ersten Siedler im 9. Jahrhundert eintrafen, fanden sie nur den Polarfuchs vor. Andere Säugetiere wurden später von Menschen eingeführt. Auch heute noch entdecken diverse Vogelarten Island als neuen Lebensraum und können regelmäßig beobachtet werden. Es gibt weder Reptilien noch Amphibien – einfach keine gefährlichen Tiere!

DIE ERSTAUNLICHE VEGETATION

Eine andere Folge der arktischen Lage Islands ist die erstaunliche Vegetation. Weil die Sommer kurz sind, erblühen Pflanzen, die in südlicheren Regionen über einen längeren Zeitraum blühen, alle auf einmal. Sie werden auch nicht immer so hoch wie anderswo, doch dessenungeachtet gibt es in Island zahlreiche kleinwüchsige Orchideenarten und Enziane. Die Energie und die Wärme in Islands Boden schaffen Bedingungen, die in diesen Breitengraden einmalig sind und eine vielseitigere Vegetation begünstigen, als erwartet warden könnte.

DIE NÖRDLICHE LAGE

Die nördliche Lage Islands begünstigt die häufige Interaktion von vulkanischer Aktivität und Eis oder Wasser. So haben heiße Quellen unter dem Gletscher im Kverkfjöll- Gebiet Höhlen in das Eis geschmolzen. Gelegentlich kommt es sogar zu Ausbrüchen unter dem Gletscher, und das Eis schmilzt ab – häufig ungeheuer schnell. Die Ergebnisse solcher Ereignisse kann man überall in Island ausmachen.

Nationalparks

Unsere Besucher kommen hierher, um die isländische Natur zu erleben, ihre Schönheit zu genießen und davon zu lernen. 

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